Bekämpfung von Krankheiten

Hüftgelenksdysplasie (HD)

Eine der Erkrankungen des Skelettsystems bei Hunden, wird bereits seit den achtziger Jahren auch im Klub für Terrier bekämpft. Insbesondere große und schwere Hunderassen weisen bezüglich genetisch beeinflusster Erkrankungen des Skeletts Rassedispositionen auf. Daher muss vor dem ersten Zuchteinsatz jeder Hund sorgfältig daraufhin überprüft werden, ob die Funktionsfähigkeit der Gelenke vollständig vorhanden ist und sie keine Dysplasie (Fehlentwicklung) des Hüftgelenkes (HD) aufweisen. Im Klub für Terrier sind es der Airedale, der Irish Soft Coated Wheaten, der Kerry Blue und der Russische Schwarze Terrier, bei denen eine solche Untersuchung durchgeführt wird.

Der Nachweis der phänotypischen Gesundheit wird durch Fertigung eines Röntgenbildes und anschließender Auswertung durch einen besonders qualifizierten Gutachter, für den KfT ist Dr. Alexander Koch tätig, erbracht. Alle vom VDH zugelassenen Gutachter sind Mitglied in der Gesellschaft für Röntgendiagnostik genetisch beeinflusster Gelenkerkrankungen bei Kleintieren (GRSK). Das von ihnen erstellte Gutachten basiert auf der Begutachtung des Röntgenbildes nach einem festgelegten Schema. Die Grad-Einteilung reicht von A1/A2 = HD frei und B1/B2 = Übergangsform über C1/C2 = leichte HD, D1/D2 = mittlere HD bis zu E1/E2 = schwere HD. Als gesund sind lediglich Hüftgelenke mit Grad A und B zu bezeichnen.

 
HD frei   schwere HD

Leider sagen die so gewonnen Erkenntnisse nichts über den Genotyp aus, sondern dieses Wissen erschließt sich erst durch das Züchten selbst. Daher ist es notwendig, so viel Nachkommen wie möglich zu untersuchen, damit man ein möglichst genaues Bild des Genotyps der Elterntiere bekommt.

Ich möchte an dieser Stelle nicht versäumen, etwas zu den Argumenten zu sagen, die immer wieder als Begründung dafür genannt werden, warum es nicht gelingen kann, ausreichend Nachkommen röntgen zu lassen. So wird häufig argumentiert, dass man keinen Erfolg mit seinen Bemühungen haben konnte weil

  1. der Hundebesitzer kein Interesse daran habe, etwas über den Gesundheitsstatus seines Hundes zu erfahren;
  2. das Risiko eines Narkosezwischenfalls zu groß sei, und der Besitzer dieses eben nicht eingehen wolle und
  3. die finanzielle Belastung gegenüber dem zu erwartenden Nutzen zu groß sei.

Argument 1: Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass Züchter die Welpenkäufer über mögliche Gesundheitsrisiken in der Rasse informieren. Ein so sensibilisierter Hundebesitzer wird selbstverständlich höchstes Interesse daran haben zu erfahren, ob sein Hund krank ist. Schließlich ist es für ihn von größter Bedeutung zu erfahren, ob er seinen Hund in dem Maße belasten kann, wie er es beabsichtigt. Die Feststellung einer HD muss ja nicht zwangsläufig bedeuten, dass der Hund operiert oder sogar eingeschläfert werden muss. Der Besitzer erfährt aber auf diese Weise, dass er seinen Hund nicht mehr zwei Stunden lang am Fahrrad mitlaufen lassen kann, das Joggen mit seinem Hund auf ein Mindestmaß reduzieren muss, ihn bestimmte Übungen z. B. im Gebrauchshundesport oder bei der Arbeit im Agilitybereich nicht mehr machen lassen darf und das geliebte Leckerchen vom Speiseplan des Hundes gestrichen werden muss, um Übergewicht zu vermeiden.

Argument 2: Die modernen Narkosemittel sind gut verträglich, einfach dosierbar und lassen daher eine exakt abgestimmte Narkose zu. Im Regelfall wird ein Hund, der für die Erstellung einer Röntgenaufnahme lediglich sediert werden muss, kurz nach Fertigstellung und Entwicklung der Aufnahme wieder ansprechbar sein. Im Übrigen ist es so, dass jeder Hundebesitzer seinem Tierarzt voller Vertrauen und ohne Widerstand zu leisten erlaubt, für die Entfernung von Zahnstein seinen Hund in das Land der Träume zu schicken. Die möglichen Risken einer Narkose sind bei diesem Eingriff nicht geringer. Was spricht außerdem dagegen, röntgen zu lassen und gleichzeitig in aller Ruhe einen Check-Up durchzuführen.

Argument 3: Dieses Argument kann am einfachsten dadurch entkräftet werden, indem der Züchter anbietet, die anfallenden Kosten selbst zu bezahlen. Beim Verkauf der Welpen für diesen Zweck gebildete Rücklagen verhindern, dass ein allzu großes Loch in der Kasse entsteht. Anlässlich von Welpentreffen kann der Züchter einen Termin für eine „Reihenuntersuchung“ bei einem Tierarzt seines Vertrauens vereinbaren und anschließend die Rechnung begleichen. Diese vertrauensbildende Maßnahme wird jeden Hundebesitzer vom Verantwortungsbewusstsein des Züchters überzeugen und der Züchter sowie der KfT erhalten die erwünschten Erkenntnisse zum Gesundheitsstatus der Nachkommen.





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