Rassestandards

Russischer Schwarzer Terrier

FCI - Standard Nr. 327 / 24.01.2012 / DE

Übersetzung Frau Christina Bailey / Offizielle Originalsprache (EN)
Ursprung Russland
Datum der Publikation des gültigen offiziellen Standards 13.10.2010
Klassifikation F.C.I. Gruppe 2 Pinscher und Schnauzer, Molosser und Schweizer Sennenhunde
Sektion 1.4 Tchiorny Terrier
Ohne Arbeitsprüfung
Kurzer geschichtlicher Abriss
Der Russische Schwarze Terrier wurde in Russland um 1940 und bis Anfang 1950 durch ausgewählte Kreuzungen von Rassen wie dem Rottweiler, dem Riesenschnauzer, dem Airedale Terrier und dem Neufundländer entwickelt. Man nimmt an, dass der Riesenschnauzer der Hauptvorfahre der Rasse ist. Die anfänglichen Zűchtungen wurden von der kynologischen Militärschule ausserhalb von Moskau űberwacht und die Hunde waren in ihrem Zwinger mit Namen „Red Star“ basiert. Das Ziel der Entwickler dieser Rasse war es, einen grossen, freundlichen und folgsamen Arbeitshund mit ausgeprägtem Bewacher-Instinkt zu züchten; einen Hund, welcher brauchbar fűr viele Dienste sein, und sich gut den verschiedenen Klima Konditionen anpassen, würde. Die Rasse wurde im Jahr 1984 von der FCI anerkannt.
Allgemeines Erscheinungsbild Der Russische Schwarze Terrier ist ein grosser Hund mit einem etwas langen Körper und sehr athletischem Gebäude von robustem Typ und widerstandsfähiger Konstitution. Die Rasse hat Qualitäten wie einen massiven Knochenbau und kräftige Muskulatur. Sie ist symmetrisch mit einem grossen Kopf, kompaktem Körper und einem voluminösen und tiefen Brustkorb. Die unterschiedlichen Geschlechtsmerkmale sind deutlich ausgeprägt.
Wichtige Proportionen
Die Länge des Körpers ist etwas grösser als die Höhe bis zum Widerrist, es kann etwas auffälliger bei den Hűndinnen sein.
Die Tiefe des Brustkorbes sollte nicht weniger als die halbe Höhe bis zum Widerrist sein. Die Länge des Kopfes sollte nicht weniger als 40 % der Höhe bis zum Widerrist sein. Der Fang ist etwas kürzer als der Schädel.
Verhalten / Charakter (Wesen) Ein würdevoller und selbstsicherer Hund; gut allen Situationen angepasst. Wenn die Situation es erfordert, nimmt er sofort eine aktive Verteidigungsposition ein, wird aber schnell wieder ruhig wenn die Gefahr vorbei ist. Diese gutaussehende Rasse ist liebenswürdig und hat große Ausdauer; sie ist anspruchslos, schlau und freundlich. Sie ist leicht trainierbar, passt sich verschiedenen Klimakonditionen gut an und ist arbeitsam und verlässlich. 

Beschreibung der physischen Rassemerkmale

Kopf
Oberkopf
Der Kopf soll sich den Proportionen des Körpers anpassen, obwohl gross, massiv und lang.
  Schädel: Mäßig breit mit flacher Stirn. Die obere Linie des Schädels läuft parallel zu der oberen Linie des Fangs. Die Augenbrauenwulst und das Hinterhauptsbein sind mäßig ausgeprägt.
Stop: Erkennbar aber nicht scharfkantig.
Gesichtsschädel Nasenschwamm: Gross und schwarz.
Fang: Kräftig, breit, verjüngt sich etwas zu der Nasenspitze. Der Schnurrbart und der Bart betonen das Volumen und geben dem Fang ein rechteckiges stumpfes Aussehen.
Lefzen: Dick, gut pigmentiert und straff; die Lefzenränder sind dunkel.
Kiefer / Zähne: Groß, weiße Zähne, welche eng aneinander platziert sind; die unteren Schneidezähne liegen in einer Reihe. Volles Gebiss (42 Zähne); Scherengebiss.
Backen: Trockenes Jochbein mit runden aber nicht ausgeprägten Wangen.
Augen: Mittlere Größe, oval, gerade und weit auseinander platziert, dunkle Farbe. Augenlieder trocken, enganliegend und schwarz.
Ohren: Hängend; hoch und symmetrisch angesetzt, mittlere Größe, dreieckig. Die vordere Kante liegt eng an der Wange an. Das Ohrleder ist dick und ohne Falten.
Hals Kräftig, trocken und muskulös. Die Länge des Halses ist ungefähr gleich wie die Länge des Kopfes und in einem Winkel von 45 – 50 Grad zum Horizont angesetzt. Der Nacken ist kräftig und gut entwickelt.
Körper Solide, tief und voluminös, gut ausgeglichen
  Obere Profillinie: Vom Widerrist bis zum Rutenansatz etwas abfallend.
Widerrist: Hoch und gut entwickelt, ausgeprägter bei den Rüden als bei den Hündinnen:
Rücken: Kräftig, gerade und muskulös. Die Länge des Rückens ist gleich wie die Hälfte der Länge vom Widerrist bis zur Rutenwurzel.
Lenden: Breit, kurz, muskulös und leicht gewölbt. Die Länge ist die gleiche wie die halbe Länge des Rückens.
Kruppe: Breit, muskulös, etwas abfallend und von mäßiger Länge.
Brust: Tief, lang und breit mit etwas gewölbten Rippen. Die Form des Thorax (im Querschnitt) ist oval. Der Brustknochen ist lang und die Vorderbrust überragt etwas das Schultergelenk und ist gut  bemuskelt.
Untere Profillinie und Bauch: Auf der gleichen Linie wie das Ellenbogengelenk oder etwas darunter. Bauch mäßig hochgezogen.
Rute

Dick am Ansatz und hoch angesetzt. In der Bewegung wird die Rute fröhlich getragen aber der Rutenansatz geht nicht über den Rücken (nicht geringelte Rute). Rute traditionell kupiert im Ursprungsland. Die Länge oder Form einer unkupierten Rute hat keinen Einfluss auf die Bewertung des Hundes. Die vorgezogene Form der unkupierten Rute ist Säbel oder Sichel. 

Gliedmaßen
Vorderhand Allgemeines: Von vorn gesehen stehen die Läufe gerade und parallel. Der Abstand vom Ellenbogen bis zum Boden ist der gleiche wie 50 – 52% der Höhe des Hundes bis zum Widerrist.
Schultern: Lang, breit und gut zurückgestellt. Der Winkel zwischen Schulterblatt und Oberarm ist ungefähr 100 Grad.
Oberarm: Muskulös und nicht kürzer als die Schulterblätter.
Ellenbogen: Dicht am Körper anliegend.
Unterarm: Gerade, dick, runde Knochen. Von vorne und von der Seite gesehen senkrecht stehend.
Vordermittelfuß: Kurz, massiv und von der Seite gesehen leicht abfallend.
Vorderpfoten: Gross, kompakt und rund. Krallen und Ballen sind schwarz. 
Hinterhand Allgemeines: Von hinten gesehen sind die Läufe gerade und parallel, sie stehen etwas weiter auseinander als die Vorderläufe. Von der Seite gesehen sind sie etwas hinter dem Hund platziert.
Oberschenkel: Mäßig lang, leicht geneigt, breit mit gut entwickelter voluminöser Muskulatur.
Knie: Gut gewinkelt.
Unterschenkel: Nicht kürzer als der Oberschenkel.
Hintermittelfuß: Kräftig, tief und senkrecht platziert. Keine Afterkrallen.
Hinterpfoten: Etwas kleiner als die Vorderpfoten und mehr ovalförmig. Krallen und Ballen sind schwarz.
Gangwerk / Bewegung
Frei, harmonisch, mit weich gebeugten Gelenken. Die charakteristische Bewegung ist ein energischer Trab mit langem Tritt, welcher von dem kräftigen Schub von hinten und ausgreifendem Schritt der Vorderhand kommt. Die obere Profillinie bleibt fest.
Haut
Eng anliegend, gut angepasst ohne Falten oder loser Haut, trotzdem elastisch. Gleichmäßig pigmentiert.
Haarkleid Haar: Raues und dichtes Doppelhaar. Zusammengesetzt von einem harschen, dichten, etwas welligen Oberhaar und einem weichen, kurzen und dichten Unterhaar. Das Oberhaar bedeckt den ganzen Körper. Das natürliche getrimmte Haar ist ungefähr
5 – 15cm lang. Die Kopfbehaarung ist gut entwickelt und bildet üppige Augenbrauen, Schnurrbart und Bart. Die Läufe sind mit langem dichtem Haar bedeckt. Das Bürsten in korrekter Form ist erforderlich. Das getrimmte Haar sollte den Charakter eines kräftigen und selbstsicheren Hundes hervorheben und in keinem Fall übermäßig dekorativ wirken. Das Haar soll am längsten an den Läufen und am Fang belassen werden. Das Trimmen soll den massiven Kopf mit der flachen Stirn, gut platzierten Augen, kräftigem Hals und gut gebautem, kräftigen Körper hervorheben.
Farbe: Schwarz,  schwarz mit unwesentlich vermischtem grauen Haar ist zulässig. (Grau vermischtes Haar soll nicht mehr als 1/3 des ganzen Körpers bedecken).


Größe und Gewicht Gewűnschte Grősse bis zum Widerrist:
Rüden:       
72 bis 76 cm, aber nicht weniger als 70 cm und nicht mehr als 78 cm.
Hündinnen: 
68 bis 72 cm, aber nicht weniger als 66 cm und nicht mehr als 74 cm.
Etwas größere Exemplare, sofern sie proportional und von  vorzüglichem Rassetyp sind, werden toleriert.
Gewicht:
Rüden: 50 – 60 kg. Hündinnen: 45 – 50 kg.
Fehler

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist und seine Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen.

•    Runder Kopf.
•    Teilweise fehlende Pigmentierung der Lefzen.
•    Schneidezähne im Unterkiefer nicht in einer geraden Linie. Kleine Schneidezähne.
•    Runde Augen; etwas hellere Farbe, schräg oder eng platziert.
•    Zu kurzer Hals und nicht muskulös genug.
•    Widerrist nicht ausgeprägt.
•    Sattelrücken, oder enger Rücken.
•    Lende zu lang; eng; oder nicht muskulös genug.
•    Schultern zu gerade.
•    Zu kurze Unterarme.
•    Ellenbogen ein- oder ausgedreht.
•    Pfoten ein- oder ausgedreht.
•    Hacken eingedreht oder Sichelhacken.
•    Zwischenzeitlicher Passgang im Trab.
•    Deckhaar weich oder glatt.
•    Rostige Schattierung im Deckhaar.
•    Keine Unterwolle.

Schwere Fehler
•    Abweichung vom Geschlechtstyp.
•    Ängstlich oder übermäßig aufgeregtes Benehmen.
•    Kurzer oder leichter Kopf.
•    Sichtbares 3. Augenlid, hellfarbige Augen.
•    Kruppe waagerecht oder zu steil.
•    Flacher oder kurzer Brustkorb.
•    Ringelrute.
•    Gebogene Vorderhand.
•    Eingeschränktes Gangwerk, träge oder zu schwer.
•    Seidiges Deckhaar.
Disqualifizierende Fehler
•    Aggressiv oder übermäßig ängstlich.
•    Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
•    Abweichung zu den Abstammungsrassen.
•    Nasenschwamm andersfarbig als schwarz.
•    Wall Auge oder verschiedenfarbige Augen.
•    Abweichungen vom Scherengebiss oder fehlende Zähne.
•    Deckhaar glatt und fehlende Behaarung an Kopf, Brust und Läufen.
•    Jegliche andere Farbe als die oben beschrieben.
•    Weiße Flecken oder Markierungen.
•    Klar abgezeichnete graue Flecken.
N. B.
Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.






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